15.01.2011 (Kommentare: 0)

OpenGov Cologne - Bericht von einer Unkonferenz

Der Kontrast passte: Außen die verrußte Fassade eines seit Jahrzehnten unrenovierten Gebäudes der früheren KHD AG – drinnen dagegen ein Gefühl von Emergenz, als würde hier gerade Zukunft geschaffen. Rund 50 meist jüngere Akteure hatten sich am 8. Januar zur ersten OpenGov Cologne versammelt. Einen Samstagnachmittag lang ging es sehr lebendig um OpenData und OpenGovernment und um die Zukunft der Bürgerbeteiligung.

„Unconference?”
Die Veranstaltung wurde im Format der 'Unkonferenz' auch bekannt als 'Barcamp' durchgeführt (http://de.wikipedia.org/wiki/Barcamp). Wer schon an einem 'Open Space' teilnahm, konnte sich direkt zurecht finden. Eine Unkonferenz ist wie ein Open Space unter Weglassung aller intentionalen Beigaben. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wurden Themenvorschläge aus den Reihen der Teilnehmer gesammelt. In kurzer Zeit waren sechs Themen gesetzt, zweimal 45 Minuten lang wurden dann je drei parallel vorgestellt und diskutiert: beispielsweise Vorschläge zur Bürgerbeteiligung für die Landesregierung NRW, der Stand der Bürgerhaushalte und die Perspektiven von OpenData. 

Social Media intensiv
Dem Thema und den Teilnehmern entsprechend, wurden elektronische Gadgets intensiv genutzt. Fast jede/r hatte ein Smartphone, ein iPad, ein Net- oder sonstiges -book im Einsatz. Die Vorbereitung des Treffens erfolgte bereits elektronisch, hauptsächlich über ein öffentliches Etherpad. Während der  Themenrunden wurden die Ergebnisse teilweise live im Internet protokolliert, wie hier die Vorschläge für die Landesregierung NRW. Live-Tweets von Teilnehmern und anderen, die verhindert waren, trudelten via Beamer auf einer Twitterwall ein. Auf dieser wurde später zur Vorbereitung eines Folgetreffens eingeladen, Plattform dafür ist Facebook. Der intensive Einsatz von Social Media war für mich sehr lehrreich, einiges davon kann zur Vorbereitung, Dokumentation und Nachbereitung von Offline-Veranstaltungen sehr hilfreich sein. Umgekehrt könnte aber auch aus den Methoden der Offline-Moderation noch gelernt werden. Ein Beispiel: Wenn am Ende der Gruppenphase jeweils kurz die Schlüsselergebnisse im Plenum vorgestellt und reflektiert werden, steigert das die kollektive Wissensbildung enorm. 

Fortsetzung gewünscht
Doch auch schon so waren Klima und Inhalte der Veranstaltung die Teilnahme wert. Überall waren angeregte Gespräche zu beobachten. Parteigrenzen der anwesenden Grünen, SPDler und Piraten schienen dabei keine Rolle zu spielen, die Themen standen im Vordergrund. Als zum Ende das Interesse an einer baldigen Fortsetzung abgefragt wurde, gingen mehr oder minder alle Hände nach oben. 

Münster: Bürgerbeteiligung partizipativ planen
Zum Schluss noch der Hinweis auf ein besonders interessantes Beispiel aus der Gesprächsrunde zum Thema Bürgerhaushalte. Münster geht die Gestaltung der Bürgerbeteiligung in partizipativer Weise an. Statt direkt das Standardmodell des Online-Bürgerhaushalts zu starten, lud die Münsteraner Verwaltung zunächst interessierte Bürger zur Mitwirkung an der Gestaltung eines Bürgerhaushalts ein. Die so entstandene Kernarbeitsgruppe hat ein Drei-Säulen-Modell entwickelt, das öffentliche Veranstaltungen, eine Bürgerumfrage und die Onlinebeteiligung verbinden wird. Detaillierte Informationen zum Prozess und den aktuellen Ergebnissen finden sich hier

Rolf Schneidereit

Ein weiterer Bericht zur Veranstaltung von politik-digital.de
Hashtag: #opengovcgn



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