18.10.2011 (Kommentare: 0)

Mit Bürgerbeteiligung lokales Engagement mobilisieren

 

In einem ko-kreativen Ansatz kann die Partizipation von Bürgern bei den Beteiligten ungeahnte Kräfte freisetzen. So wie in der Stadt Geilenkirchen, die im Oktober zu zwei offenen Zukunftswerkstätten einlud. Rund 50 Bürgerinnen und Bürger folgten dem Ruf.

Zunächst ein Blick auf die Ergebnisse: In den beiden anderthalb Tage dauernden Werkstätten haben die Teilnehmer und Teilnehmerinnen elf Projektvorhaben entwickelt. Dazu gehören beispielsweise ein Mehrgenerationenprojekt, ein Begrünungsprojekt in einem ärmeren Stadtviertel, Austausch der Kulturen durch Kunst, Küche und Musik sowie ein Projekt, dass den Informationsfluß zu Angeboten in der Stadt jugendgerechter aufarbeiten will. Jedes Projekt wurde so konkret wie möglich formuliert: Im Plenum wurden die jeweils nächsten Schritte definiert und die Freiwilligen gelistet, die am betreffenden Vorhaben mitarbeiten wollen.

 

Beziehungen als Basis

Einige Beteiligte wollen sich sogar bei mehr als einem Projekt engagieren. Die hier sichtbar werdende Motivation speist sich stark durch die zwischen den Teilnehmern entstandenen Beziehungen. Ein Bürger formulierte es in seinem Schlusswort so: „Fand die Offenheit sehr schön, gehe hier fast wie aus einem Freundeskreis raus, bei soviel Engagement müssen die Projekte etwas werden.”

Oft stehen der Wunsch nach Raum für ein intensiveres Kennenlernen und der Wunsch nach schnellen, klaren Ergebnissen im Widerstreit. Gelingt es, die beiden Wünsche auf einen Nenner zu bringen, kann das eine Gruppe beflügeln: „Fand es sehr effektiv, wir gehen hier mit klaren Handlungsaufträgen und Aufgabenverteilungen raus, und hier ist sehr schnell Vertrautheit entstanden.” 

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Workshop als U-Prozess konzipiert

Das Design der von Ulla Theisling und Rolf Schneidereit moderierten Werkstätten folgte einem U-Prozess*. Zunächst tauchten die Teilnehmer mit verschiedenen Methoden zu zweit, zu dritt und in der ganzen Gruppe in ihre persönlichen Erfahrungen und Geschichten mit ihrer Stadt ein. In Dreiergruppen wurde dann beleuchtet, welche Aspekte der Stadt wohltuend und welche beeinträchtigend sind und welche Zukunftswünsche die Beteiligten haben. Besonders der Blick auf die positiven Aspekte löste im anschließenden Plenum Erstaunen aus: So viel Positives hatten die meisten Teilnehmer nicht erwartet. Ein BarCamp bildete anschließend den Auftakt für die Projektfindung und –planung. Selbstorganisiert schlugen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Ideen vor und fanden sich in Arbeitsgruppe von zwei bis acht Personen zusammen. Die dort entstandenen Ergebnisse wurden anschließend im Plenum präsentiert, weiter konkretisiert und zum Schluss mit den ersten Schritten und den Namen der Freiwilligen komplettiert.

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Grundstein für ein neues Miteinander

Mehrere Beteiligte sprachen in den Schlussrunden ihren Dank an die Beteiligten der Stadtverwaltung für die Organisation der Zukunftswerkstätten aus. In den Tagen ist ein Klima eines Miteinanders für eine bessere Stadt entstanden, dass alle umfasst: Junge und Alte, geborene Geilenkirchener und Migranten, Bürger und Repräsentanten der Verwaltung. Es entstand gemeinsam ein Gefühl von großen Möglichkeiten und eigenem Potenzial: „Ich finde gut, welche Projektideen rausgekommen sind, wir haben große Ressourcen.” Der Prozess geht nun weiter. Gefördert vom Bundesprogramm „Toleranz fördern, Kompetenz stärken” können die Projektvorhaben in den nächsten zweieinhalb Jahren mit Fördermitteln realisiert werden.

 

* Angelehnt an „Theorie U – Von der Zukunft der führen” von Otto Scharmer



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