„The success of an intervention depends on the interior condition of the intervenor”

Was wir mit Dialog meinen

In unserem Verständnis ist Dialog mehr als nur ein normales Gespräch. Er geht weit über den Austausch von Informationen oder Ideen hinaus. Im Dialog wird das Gespräch tiefer und intensiver. Gefühle und Haltungen, die unser Handeln lenken, können sichtbar werden. Damit entsteht ein tieferes Verständnis füreinander, ein Klima gegenseitiger Akzeptanz wächst. Der Kreislauf von Argument-Gegenargument und Vorwurf-Gegenvorwurf wird durchbrochen. Er weicht der „Kunst des gemeinsamen Denkens”.

Dialog und kollektive, schöpferische Intelligenz

Dialog ist die gemeinsame Erkundung dessen, was ist. Jenseits von Beurteilungen und Bewertungen wird die Vielfalt der Blickwinkel und Erfahrungen sichtbar. Die Vielfalt ist eine Quelle und ein unschätzbarer Vorteil in komplexen Situationen, die von einzelnen nicht mehr zu überblicken sind. In einem Klima des Dialogs entsteht ein Strom des Austauschs „unter uns, durch uns hindurch und zwischen uns”. Aus diesem Strom einer Gruppe kann ein neues Verständnis, eine neue Lösung entspringen, etwas das zu Beginn noch nicht vorhanden war. Mit nachhaltiger Wirkung: Denn die im Dialog getroffenen Abmachungen und Entscheidungen haben eine besonders hohe Akzeptanz bei den Teilnehmern. 

Methoden und Instrumente des Dialogs

Einer der Pioniere dialogorientierter Methoden war David Bohm, ein amerikanischer Quantenphysiker. Inspiriert von seinen Erkenntnissen der Quantenphysik hat er sich später philosophischen Fragen zugewandt und den Dialog zu einer Methode entwickelt. Sie wurde am MIT unter anderem von Peter Senge als Werkzeug für „lernende Organisationen” weiter entwickelt. Heute gibt es eine reiche Auswahl an Methoden, die den Dialog in Gruppen jeder Art fördern. Manche dienen der Visionsfindung, andere helfen bei der Strukturierung von Aufgaben und wieder andere lassen sich für unterschiedliche Ziele einsetzen. Einige Merkmale einigt alle Methoden: Der Fokus verlagert sich von dem, was nicht funktioniert, zu dem was gemeinsam in die Welt gebracht werden kann. Beteiligte beginnen ihr Umfeld und seine Wechselwirkungen auf einer tiefer liegenden Ebene zu verstehen. Kopf und Herz sind am Prozess beteiligt. Jede Stimme findet Gehör, die Vielfalt wird als Reichtum sichtbar. 

Unsere Rolle als Moderatoren

Wir sprechen hier von Moderation und bezeichnen uns als Moderatoren. Doch ganz trifft dieser Begriff nicht mehr. In der Moderation steht die Lenkung und Steuerung eines Gespräch im Vordergrund. Unser Hauptaugenmerk gilt der Dialogqualität des jeweiligen Raums. Wir sind Ermöglicher für Dialog, wir schaffen örtlich und zeitlich geschützte Räume, in denen die Beteiligten ihre inneren Haltungen erspüren können und in denen sie zu Akteuren einer gemeinsamen Wirklichkeit werden.